
Pinnacle Studio ist der Videoschnitt-Klassiker für den Home- Bereich. Von der Übernahme des Videofilms in den PC bis zum Brennen einer DVD kann der gesamte Prozess der Filmerstellung in Pinnacle Studio abgewickelt werden.
Ein Video-Film entsteht in Pinnacle Studio in drei größeren Arbeitsschritten :

Im ersten Arbeitsschritt wird der Film vom Camcorder auf den PC übertragen (Capturing). Der Camcorder ist über ein Firewire-Kabel mit dem PC verbunden und steht im Wiedergabemodus. Nach Angabe einiger Setup-Parameter, in denen der Ausgabeordner und die automatische Szenenerkennung festgelegt werden, kann von Pinnacle Studio aus die Filmübername gestartet werden. Aufgrund des Timecodes auf dem Videotape werden die einzelnen Szenen erkannt und durch eine Miniaturdarstellung (das erste Bild der Szene) dargestellt.
Der Speicherplatz für eine Stunde Video im
AVI-Format beträgt
ca. 13 GB.
Die Übernahme von Bild und Ton kann im Moniotorfenster rechts oben verfolgt werden. Nach ca. einer Stunde ist das Material eines Mini-DV Tapes von 60 min. überspielt. Der Filmschnitt kann beginnen.
Das Aufnahme-Fenster von Pinnacle Studio

Das Bearbeiten-Fenster von Pinnacle Studio
Im zweiten Bearbeitungsschritt wird der Film auf der Timeline, einer Zeitleiste, geschnitten. Einzelne Szenen werden mit der Maus aus dem Album links oben auf die Videospur der Timeline gezogen und ggf. mit der “Schere” vorn, hinten oder in der Mitte beschnitten.
Die Fotos für Diashows werden aus dem Album über den Reiter mit der Fotokamera-Ikone in die Timeline gezogen. Ein Foto kann zeitlich beliebig verlängert oder verkürzt werden. Filmszenen und Fotos können beliebig gemischt werden.

Das Fenster zur Aufnahme von Kommentaren
Ist ein Mikrofon am PC angeschlossen, dann kann man von Pinnacle Studio aus direkt
Kommentar einsprechen (voice over). Er landet als WAV-Datei an der Nadelposition (dem senkrechten Zeiger) in der Kommentarspur der Timeline. Das Verfahren ist sehr
zeitaufwändig.
Da die Qualität der üblichen Mikrofone und Mikrofoneingänge von Audiokarten zu wünschen übrig läßt, benutze ich ein Kondensatormikrofon mit Vorverstärker, das an den Line-In Eingang der Audiokarte angeschlossen ist. Dieser Eingang muß in Pinnacle Studio als Setup- Option für die Aufnahme von Kommentaren eingestellt werden.
Das Abmischen des Tons d.h. die Anpassung der Lautstärke von Originalton, Hintergrund- musik und Kommentaren ist ebenfalls sehr aufwendig. Wenn z.B. der Kommentar zu hören sein soll, muß die Lautstärke von Hintergrundmusik und Origainalton abgesenkt werden.
Für die Lautstäkeregelung der einzelnen Tonspuren steht ein Mixer zur Verfügung. Man kann die Lautstärke aber auch durch ”Anfassen” der durchgehenden blauen Line in den Tonspuren verändern.
Sind Bild, Ton und Effekte zur Zufriedenheit des Cutters angeordnet, dann kann der Film berechnet werden (Rendering).
Für die Erstellung einer Diashow entfällt natürlich der oben beschriebene Übertragungs- vorgang. Die Übernahme der Bilder findet in ACDSee statt. Der Ordner mit den Fotos kann im Album über den Reiter mit der Fotokamera-Ikone angesprochen werden.
Im Album stehen mit Übergangseffekten, Titeln, Fotos, Musik und Menüs weitere Komponenten des Films zur Verfügung. Auch sie werden per Maus auf die entsprechenden Spuren der Timeline an die richtige zeitliche Position gezogen und dort abgelegt. Das Ergebnis kann sofort im Monitor überprüft werden.

Für die Ausgabe des fertigen Films stellt Pinnacle Studio verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung :
Das Fenster zum Erstellen eines Films
Das AVI-Format speichert den Film in der gleichen Qualität ab, wie das Ausgangsmaterial aus dem Camcorder. Es eignet sich daher besonders gut für einen weiteren Schnittvorgang.
Mit dem WMV-Format kann ein gangbarer Kompromiß zwischen Filegröße und Filmqualität gefunden werden. Siehe das Loire-Video. Es hat eine Auflösung von 360x288 Pixel, benötigt 13,5 MB Platz und dauert ca. 3 Min.
Soll das Werk anschließend auf DVD gebrannt werden, dann schließt sich ein weiterer Arbeitsgang an, das Authoring. Darunter versteht man das Erstellen einer DVD inklusive eines Menüs zur Ansteuerung der einzelnen Filme, Clips oder Diashows über die Fernbedienung des DVD- Players.
Für die Menüerstellung verwendet Pinnacle Studio das Titel- Werkzeug. Man gestaltet damit ein Menü, das mit Schaltflächen versehen wird. Diese verweisen auf die einzelnen Clips der DVD. Das Menü ist eine Dauerschleife von 4 sec. Länge. Erst bei Aktivierung einer Schaltfläche wird der entsprechende Clip ange- sprungen. Bei Clip-Ende springt die Kontrolle wieder in das Menü zurück.

Erstellen eines DVD-Steuermenüs
Ohne Menü würde die DVD direkt anlaufen. mit Menü erst dann, wenn mit der Fernbedienung des DVD-Players der gewünschte File ausgewählt wurde.
Ich nutze diese Möglichkeit, um z.B. ein Urlaubs-Video und die Urlaubsfotos als Diashow auf die gleiche DVD zu brennen. Beide Teile werden als separate Projekte als Video geschnitten und als AVI-Files gerendert. In einem dritten Projekt werden die beiden AVI-Files wieder zusammengefügt, mit einem Sprung-Menü versehen und dann als DVD-Image erneut gerendert.
Dieses wird dann zunächst einmal mit PowerDVD auf dem PC getestet und anschließend mit Nero Burning ROM auf DVD gebrannt. Bei dieser Gelegenheit brenne ich gleich, sofern noch Platz ist, die JPG-Files der Urlaubs-Fotos in einem eigenen Ordner mit auf die DVD. Meinen DVD- Player stört der zusätzliche Ordner nicht und die Fotos sind gleich archiviert.
DVD-Image
Ein DVD-Image auf Platte ist ein Abbild der Files auf einer DVD. Die DVD enthält zwei Ordner : AUDIO_TS und VIDEO_TS. Der erstere ist bei Videos leer. Er enthält Daten bei einer Audio-DVD. Dennoch sollte er auf der Video-DVD enthalten sein.
Der Ordner VIDEO_TS enthält IFO-Files (Informations-Files zur Steuerung des Players) BUP-Files (Backup-Files der IFO- Files) und VOB- Files (die eigentlichen Video- Files im MPEG2-Format). Sie sind max. 999 MB groß. Ist das Video sehr lang, gibt es mehrere große VOB-Files. Gegenüber den reinen MPEG-Files enthalten sie auch noch Steuerinformationen für den DVD-Player über den schnellen Vor- und Rücklauf.
Das von Pinnacle Studio generierte DVD- Image enthält keinen AUDIO_TS Ordner, dafür aber drei weitere Ordner die Nero als überflüssig ansieht und entfernt. Die DVD läuft trotzdem korrekt.

Als genereller Ablauf hat sich die folgende Abfolge als optimal herausgestellt :
Beim Vertonen beginne ich mit der Hintergrundmusik. Ich benutze dazu meist MP3-Files, die im Album über die Lautsprecher-Ikone angesprochen werden. Zusammengehörige Filmsequenzen erhalten den gleichen Sound.
Ich verwende fast ausschließlich instrumentale Musik. Sie transportiert die gewünschte Atmosphäre, ohne das der Text vom Bild ablenkt. Meine Audio- CDs digitalisiere (Ripping) ich mit dem Tool Audiograbber und speichere die Stücke als MP3-Files ab. Diese können dann in Pinnacle Studio auf der Musik- Spur in der Timeline eingefügt und geschnitten werden.
Als Daumenregel benötige ich für das Erstellen von 1 min Film ca. 30 min Arbeitszeit. Ein 60 min Film entsteht in etwa einer Woche.
Für das Rendern eines Video-Films, der letztlich auf DVD gebrannt werden soll, benutze ich immer das AVI-Format. Es benötigt sehr viel Platz, bringt aber eine verlustfreie Darstellung. Es kann immer wieder neu gerendert werden, ohne an Qualität zu verlieren. Bei der Erstellung des DVD-Image wird natürlich in den VOB-Files das MPEG2-Format erzeugt.
Für das Rendern eines kurzen Video-Clips, der im Internet abgespielt werden soll, benutze ich das WMV-Format. Es ist sehr kompakt, liefert kleine Files und ein hinreichend gutes Bild. Hinzu kommt, das der Windows Media Player, mit dem das Format abgespielt wird, in der Regel auf jedem PC anzutreffen ist. Das ist bei dem RealMedia-Player, der das RV-Format abspielt, nicht der Fall.
Es soll ein analoges S-VHS Video-Tapes überspielt werden. Der Video-Recorder ist am
AD-Wandler Canopos ADVC-55 und dieser per Firewire-Kabel am PC angeschlossen. Der AD- Wandler stellt sich Pinnacle Studio gegenüber wie eine Kamera dar. Die Video-Übertragung kann daher so erfolgen, als sei ein Camcorder angeschlossen.
Dennoch gibt es Unterschiede. Natürlich funktioniert in diesem Fall die Kamerasteuerung (Start, Stop, Pause, schneller Vor/Rücklauf ) vom PC aus nicht. Die Übertragung muß daher sowohl im Video-Recorder (Play-Taste) als auch in Pinnacle Studio (Aufnahme Starten) gleichzeitig gestartet werden.
Auch die Szenenerkennung vermittels Timecode funktioniert nicht. Hier stelle ich die Szenenerkennung ganz aus, denn das Video ist ja schon geschnitten. Soll das alte Video dennoch nachbearbeitet werden, empfiehlt sich die Szenenerkennung nach Inhalt. Sie arbeitet zwar nicht bildgenau, aber sie ist besser als gar nichts. Der bildgenaue Schnitt ist in Pinnacle Studio mit etwas Aufwand dennoch möglich.
Ist der übertragene Ton zu leise, kann das Tonsignal mittels eines der sechs Dip-Schalter um +15 dB angehoben werden.
Als Material für einen Video-Film können auch MPEG2-Files als Input verwendet werden. Sie werden über das Album angesprochen (Reiter “Videos zeigen”). Zuvor sollte allerdings die Szenenerkennung aus- geschaltet oder auf “Nach Inhalt” eingestellt werden.
Ebenfalls können Video- DVDs als Input genutzt werden. Sie müssen über die Option “Datei / DVD importieren” eingebunden werden.

Stand
14.12.2006