Flachsmarkt

Flachsmarkt rund um die Burg Linn

Einer der bekannteste Flachsmärkte ist der Flachsmarkt um Burg Linn, einer der größten historischen Handwerkermärkte Deutschlands. Er findet jedes Jahr am Pfingstwochenende in Krefeld-Linn rund um die Burg Linn und dem historischen Ortskern von Linn statt. Mehr als 300 Handwerker und Kunsthandwerker präsentieren sich selbst, ihren Beruf und ihre Arbeiten. Vor allem viele beinahe ausgestorbene Berufe werden gezeigt, darunter zum Beispiel Lehmbauer, Mollenbauer, Waffenschmiede, Scherenschleifer, Blaudrucker, Seifenmacher, Perückenmacher, Zylindermacher und viele andere.

Auch mittelalterliche Ritterspiele stehen im Mittelpunkt. Traditionsgruppen zeigen mittelalterliches Leben und ritterliche Turniere. Auf der großen Wiese vor der Burg messen sich die Ritter im Ringstechen, Helmschlagen, Rolandsreiten, Lanzenstechen und bei der Sauhatz.

Auf verschiedenen Bühnen treten Künstler und Musikgruppen auf, Gaukler, Spielleute und Geschichtenerzähler ziehen in traditioneller Kostümierung über die Wiesen.

Historisch geht die Tradition des Flachsmarktes bis in die Zeit der Stadterhebung Linns um 1315 zurück. Bereits damals wurde der in der Umgebung angebaute Flachs sowie Produkte daraus, wie zum Beispiel Leinen, auf dem Linner Marktplatz, dem Andreasmarkt, verkauft oder gegen Haushaltswaren oder Vieh getauscht. Schon bald entwickelte sich dieser „Flachsmarkt“ zu einem der bedeutendsten Märkte der Region. Die Linner Märkte waren bei Flachshändlern und Bauern bis in den Raum Kempen/Erkelenz bekannt und sehr beliebt. Händler und Krämer kamen zu den Markttagen sogar bis aus Moers nach Linn und boten neben Flachs und Leinen auch Eisen-, Holz-, Leder- und Korbwaren, Steine, Töpferwaren, Textilien (auch gebrauchte), Pferdegeschirr, Getreide und später auch Fleisch und Brot an.